Was ist ein "gelassenes" Pferd?

Nun, von einem gelassenen Pferd spricht an, wenn es (das Pferd ) in unvorhergesehenen Situationen, z.B einen auf den Weg rollenden Ball, einem plötzlichem Knall, einem vorbei wehendem Luftballon und und und, da gibt es ja so vieles.... trotz alldem ruhig und gehorsam bleibt und dabei eine deutlich erkennbare Mitarbeit zeigt und bewältigen kann. 

Wichtiger Gesichtspunkt ist, das es bei der Gelassenheit eines Pferdes nicht um die Unterdrückung des natürlichen, angeborenen Fluchtinstinktes geht - sondern ausschließlich darum, durch das innige Vertrauen zwischen Mensch und Tier- dem Pferd ein Gefühl von Sicherheit, innerer Ruhe und natürlich dem entsprechendem Respekt dem Menschen gegenüber zu vermitteln. 

Was bringt mir das?

Ganz einfach, ein gelassenes und entspanntes Pferd, das seinem Menschen vertraut, wird in extremen Situationen zu einem höheren Maß an Sicherheit für den Reiter als ein Pferd, welches in derselben Situation zum Unberechenbaren Risikofaktor wird. Ein gelassenes Pferd bedeutet entspanntes Reiten im Alltag oder auch in Turniersituationen - der Fokus des Pferdes liegt nicht so extrem auf die "Gespenster" in seiner Umgebung, sondern auf seinem Reiter. 

 

 


Hier nur einige Beispiele für ein GH -Training sowie Sinn & Zweck dieses Trainings:  

Das scheinbar leichte Stillstehen fällt vielen Pferden schwer, weil es ihnen nie richtig beigebracht wurde. Es ist aber eine Voraussetzung für ein sicheres Pferd - es zeigt, ob der Mensch Chef ist und sein Pferd richtig erzogen hat.
Klappern gehört zum Handwerk, doch für Pferde signalisiert es meist Gefahr und lässt sie panisch reagieren. Mit dem Klappersack stäken wir die Nerven der Pferde ohne sie psychisch zu überfordern.
Führen und Folgen lernen gehört zur Basiserziehung des Pferdes und zeigt, wer der Ranghöhere ist und zeugt von Respekt und guter Kommunikationsbasis.
„Angriffslustige“ Luftballons können den ruhigsten Ausritt in ein Desaster verwandeln, weil sie bei untrainierten Pferden Panikattacken auslösen können. Dabei stehen die Luftballons stellvertretend für die „Monster“, welche sich hinter Hecken, Büschen oder in Gärten verstecken. Das Luftballon – Training erfordert Ruhe, Geduld und Zeit und vor allem eine gute Vertrauensbasis zwischen Mensch und Tier.
Beim Stangenchaos darf das Pferd weder hastig voranstürmen noch nachlässig über die Stangen poltern und mit ihnen Mikado spielen.

„Step by Step“ lernt ihr Pferd die Stangen zu überqueren oder vor – über – hinter ihnen stehen zu bleiben, mit 2 Beinen oder auch mit Einem.
Spiele wie Pferdefussball beweisen, dass Pferde Spaß an rollenden Dingern haben. Was sie nicht mögen, ist eine plötzliche Ball-Konfrontation allein auf weiter Flur… bei uns lernt das Pferd, dass Bälle keine Gefahr bedeutet und sie gelassen darauf reagieren.
Der Regenschirm kann uns bei Regenwetter jederzeit im Wald oder auf der Straße begegnen… Pferde reagieren mit Panik und da sie Fluchttiere sind, kann die Begegnung mit einem Regenschirm im Straßenverkehr zu verhängnisvollen Unfällen führen…
Viele Pferde sind von Natur aus „Boden scheu“ . Durch das Training mit den Planen lernen Pferde, dem Menschen zu vertrauen. Sie können ihm über die raschelnde, glänzende Fläche folgen, ohne dass ihnen etwas geschieht. Ist dieses Vertrauen erst einmal da, ist es völlig egal, ob das Pferd über eine Plane, durch eine Pfütze oder über eine Boden Fuge geführt wird. Auch hier machen wir das Pferd „Step by Step“ mit dem Element „Plane“ vertraut bis es sich letztendlich mit er Plane abdecken lässt und auch eine umkreisende, raschelnde Plane kein Problem mehr ist.
Ein Pferd, das sich beim Zischen gelassen stehenbleibt, zeigt eine gute Erziehung. Es ist im Umgang sicher, so dass es ohne Gefahr mit Wund oder Fliegenspray behandeln werden kann.
Schrecklicher als so mancher Krach ist ein leises „Zschscht“, das bedrohlich wie eine Schlange klingt.
Behutsam wollen wir das Pferd mit einer, mit Wasser gefüllten Sprühflasche, an das „unheimliche „ Geräusch“ heranführen

 

Unsere Gh - Kurse bauen in den Einheiten aufeinander auf & sensibilisieren die Pferde mit viel Ruhe und Einfühlungsvermögen für die unterschiedlichen Elemente. Auch hier ist es wichtig, dem Pferd das nötige Vertrauen aber auch die Zeit zu geben um sich an den unheimlichen Gegenstand zu wagen und ihn letztendlich als etwas "normales" , nicht furcht einflößendes zu sehen & zu akzeptieren. Wir loben jede positive Reaktion des Pferdes um ihn in seinem Tun zu bestärken - wichtig ist tatsächlich NUR die positive Reaktion zu loben. 

Unsere Gh Kurse beinhalten nicht nur visuelle Elemente sondern in den "intensiv Gh - Kursen" auch die akustischen Reize. Schaut doch einfach mal bei uns vorbei - es lohnt sich in jedem Fall :-)

 

 

Ein kleiner Einblick in unsere GH - Arbeit


Intensiv Gelassenheit -für Fortgeschrittene

 

 

 

In unseren Intensiv Gelassenheitskursen geht es etwas "extremer" zu - hier kommen neben den "normalen" Gh Elementen z.B fliegende Bälle, Knisterfolie, Luftschläuche, Bällevorhang, die Gespenstergasse und vieles andere vor, aber auch die akustische Gelassenheit spielt eine enorme Rolle unter anderem mit der schrecklichen Ratsche, dem Pappfächer der wie ein Schuss klingt, die Glocke und auch das Knalltraining mit dem Horsemanstick kommen hier zum Einsatz. Die Pferde werden für diese Geräusche und visuellen ELemente sensibilisiert damit sie im Alltag nicht zur Gefahr werden. Es wäre nicht das erste Mal das ein schlimmer Unfall durch den Schuss eines Jägers passiert , oder das Pferd vor einer wehende Plane steigt, ein Ball spielender Kinder zwischen die Hufe rollt und das Pferd in Panik davon rennt....